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Am 25.12.2005 flogen die Athleten und Athletinnen Fabienne Deprez, Stefanie Schäfer, Stefanie Matt, Philip Merz, Sebastian Frey, Thomas Schmudde, Konrad Schade und Dennis Lam mit ihrer Trainerin und Betreuerin Wang Ye richtung China. Nichts ahnend stiegen alle ins Flugzeug. Nach einem 11-stündigen Flug landeten wir gut gelaunt in Shanghai. Mangels ausreichendem Schlaf, viel die anstehende Busreise zum Trainingsort mehr oder weniger unspektakulär aus. Der Sportpark lag im Studentenviertel von Hang Zhou, einer 6-Millionenstadt in der Provinz Zhe Jiang, etwa 3 Autostunden südlich von Shanghai. Nachdem wir unsere Gemächer in einem 3-Sternehotel unweit des Sportparks bezogen hatten, stärkten wir uns mit „Chinesischen Köstlichkeiten“ in der hiesigen Kantine und machten uns dabei mit der ersten chinesischen Gepflogenheit vertraut. Heute Lektion 1: Essen mit Stäbchen! Bei einigen kam schon die Angst einer ungewollten Diät auf! Nach einer erholsamen Nacht begaben wir uns um 7:45 Uhr zu unserem ersten chinesischen Frühstück. Besonders unsere Damen hatten mit dem fremdartigen Speiseaufgebot leichte anpassungsprobleme. Auch die anschließende „Aufwärmeinheit“ mit Ye konnte unsere immer größer werdende Nervosität vor der ersten richtigen Trainingseinheit nicht lindern. Doch zumindest konnten wir noch die Studenten, die sich dort sportlich betätigten durch unser Badmintonkönnen beeindrucken. Beim nachfolgenden Mittagessen lernten wir dann durch Beobachtung die 2. Lektion: Schlürfen aud der Reisschale! Schon jetzt zeichnete sich die besondere Gabe von Philip und Konrad bei der Erlernung der chinesischen Esskultur ab. Um 14:30 schlug dann die lang ersehnte Stunde. Wir wurden dem Alter und Geschlecht entsprechend den verschiedenen Trainingsgruppen zugeteilt. In einem Matchtraining kam es zu einem ersten Kräftemessen und Kennenlernen der Deutsch-Chinesischen Delegation. Der darauffolgende Abend bot die Gelegenheit uns von den teilweise aussichtslosen Matches zu erholen und den Teamgeist bei gemütlichem Beisammensein zu fördern. Der nächste Tag, Mittwoch den 29.12. begann mit einer kleinen Gratulationsrunde anlässlich des Geburtstags von Thomas. Das anschließende Vormittagstraining begann mit dem traditionellen, von Respekt geprägten Aufwärmritual, das bei Hallentemperaturen bei denen man zeitweise den eigenen Atem sah auch sehr ernst zu nehmen war. Dazu gehören diverse Aufwärmübungen im Kreise der Gruppe, das Strechen, Warmlaufen und die abschließende Aufstellung in Reih und Glied, bei der der Trainer die Paarungen festlegt und das anstehende Trainingsprogramm bekannt gibt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch mit diesem Ablauf noch nicht ganz vertraut und so kam es, dass sich Thomas plötzlich als Co-Trainer ausgab, indem er sich währen der Aufstellung neben dem Chefftrainer sein individuelles Aufwärmtraining fortführte. Glücklicherweise konnten wir noch von unserem Anfangsbonus zehren. Beim anschließenden Mittagessen übernahmen wir dann Lektion 3:Sauen wie die....Chinesen! Sämtlicher Abfall oder alles was nicht schmeckt wird anstandslos auf den Tisch befördert. Auch das Nachmittagstraining trug nicht gerade zur Regeneration bei und legte bei vielen den Grundstein für Muskelkater, der in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter war. Es folgte der Donnerstag den 29.12.. Wie schon am Vortag gratulierten wir auch heute wieder Thomas. Klingt komisch, ist aber so! Die anstrengende Reise und der Jetleg brachte uns in Bezug auf das Datum besonders durcheinander, woraus der Irrtum entstand, dass schon der Mittwoch der 29. war. Nach anschließender systematischen Zerstörung unserer Körper durch das chinesischen Trainergespanns in 2 Trainingseinheiten und 48-stündiger Geburtstagsfeier gingen alle erschöpft zu Bett. Da die chinesischen Spieler Freitag vormittags in der Schule verbrachten, absolvierten wir ein spaß orientiertes Spieltraining mit Ye. Beim anschließenden Mittagessen folgte dann unsere 4. Lektion: Garnelen puhlen! Am Nachmittag folgte dann wieder das gewohnte, harte Training. Es folgte der Samstag den 31.12.05. Sämtliche Reserven, die wir in diesem Jahr noch zurückgehalten hatten warfen wir nun in das Vormittagstraining. Mittags fuhren wir dann mit Wang Ye mittels dem Bus, den wir uns für die Dauer unseres Aufenthalts gemietet hatten in die Innenstadt von Hang Zhou. Dort angekommen besichtigten wir Teile des Westsees, einer der schönsten Seen Chinas. Darauf folgte ein kürzer Einkaufsbummel und endlich wieder eine „ordentliche“ Mahlzeit. Richtig! Wir hatten ein gelbes M gefunden. Den Abend läuteten wir mit einem vornehmen Abendessen im „DA HUA Hotel“ ein. Dabei lernten wir die Tennisprofis von Hang Zhou und deren Chefs kennen. Diese sponsorten freundlicherweise auch das Festmal mit feinste chinesische Delikatessen, das wir mit Blick auf den See einnahmen. Die letzten Stunden des Jahres verbrachten wir dann mit unseren neu gewonnenen Freunden in einer Karaokebar im Herzen von Hang Zhou. Viele von uns waren noch nie in einer Karaokebar, doch wir hatten viel Spaß und wuchsen während des Abends zur eisenharten Rockband zusammen. Um 0 Uhr hielten wir vergeblich aus europäischer Gewohnheit nach einem Feuerwerk Ausschau und nach einer Sylvesterparty der etwas anderen Art fuhren wir von Balis & Co erheitert, mit denen wir uns zur Feierstunde begossen zurück ins Hotel. Am nächsten Tag stand nun das lang ersehnte Turnier in Shanhai an der Tagesordnung. Vielleicht lag es an dem harten Training in den Tagen zuvor oder an der langen Sylvesterfeier, dass am Ende niemand richtig mit sich zufrieden war. Doch wie heißt es so schön? Man spielt nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Trotz allem konnte man auf deutscher Seite einige Matches verbuchen. Da die vergangene Woche doch sehr an die Substanz ging durften wir am Montag den 2.Januar 06. Bis 10 Uhr ausschlafen. Bei der anschließenden Shopping-tour in der Hang Zhou-er Innenstadt hatten alle viel Spaß. Am darauffolgenden Dienstag-Vormittag an dem sich die Chinesischen Athleten „mal wieder“ mit Schule plagten trainierten wir zum Einstieg in die 2. Trainingswoche mit Ye. Beim folgenden Mittagessen lernten wir Lektion 5: Wie isst man einen Krebs?! Auf Grund der gewonnenen Abhärtung in der Vorwoche konnten wir nun den Anstrengungen der restlichen Trainingseinheiten besser standhalten. Dennoch ließen sich die Trainer-/innen immer wieder für uns exotische Trainingsformen einfallen. Favorisierte Übungsformen waren dabei u.a. ein verschärftes Lauf-ABC, 4 x ca. 50m Froschhüpfer aus tiefer Hocke, mehrere 400m-Sprints hintereinander mit 70s-Zeitvorgabe oder 30 Minuten Doppelsprünge mit 500g Gewichten an den Beinen. So kam es, dass für einige von uns das Abschlusstraining am Donnerstag Mittag und die Verabschiedung von den meisten Athleten und Trainern wesentlich leichter fiel als die Treppe in den 1. Stock unseres Hotels. Das abschließende Highlight, bei dem auch standesgemäß die Nationalhymnen gesungen wurden, war ein Fußballmatch zwischen der deutschen Fraktion und einer Chinesischen Auswahl. Nach einem 3:2 Sieg fanden wir doch noch eine Sportart, in der wir überlegen waren und stellten unseren Teamgeist unter Beweis. Beim abschließenden Matchtraining am Freitag vormittag konnten laut Ye sichtbare Fortschritte in unserem Spiel verzeichnet werden. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt! Beim Letzten Mittagessen in der Kantine des Sportparks verabschiedeten wir uns von den letzten chinesischen Athleten. Doch wir waren immer noch nicht am Ende mit unserem Sportprogramm. Beim Abendessen mit den Tennisprofis bestanden wir auf ein Kräftemessen in einer neutrale Disziplin. Von beiden Seiten wurde einem Fußballmatch zugestimmt, das am Nachmittag stattfand. Dass wir diese Begegnung mit 4:5 nicht für uns entscheiden konnten drückte jedoch nicht unsere Stimmung. Schließlich lag der Heimvorteil nicht bei uns! Samstags fuhren wir dann nach Shanghai. Die Busfahrt quer durch die Stadt und der darauffolgende Stadtbummel auf der ersten Fußgängerzone Chinas beeindruckte uns sehr, genauso wie das abendliche, festliche Essen mit dem Sportchef von Shanghai und der Tischtennis-Profitrainerin. Auch der Besuch in einem der top-Karaokeclubs der Stadt, beidem Wang Ye natürlich wieder ihre Beziehungen spielen ließ war ein Erlebnis für sich! Nach einer Hotelübernachtung mit Frühstück mitten in Shanghai fuhren wir am nächsten Tag, den 08.01.2006 mit dem Transrapid zum Flughafen. Dass der Zug dabei schneller fuhr als ein Badmintonball fliegen kann haute selbst uns vom Hocker (435km/h!!!) Dann hieß es abschied nehmen! Abschied nehmen von Stäbchen und chinesischer Kochkunst. Abschied nehmen von der Gruppe, in der immer gute Stimmung herrschte. Abschied nehmen von den Einheimischen von denen wir immer zuvorkommend und freundlich behandelt wurden und Abschied nehmen von China und einem Abenteuer, dass wir nie vergessen werden. Mit zwei verschieden Flügen ging es wieder in die Heimat, wo alle von vertrauten Gesichtern empfangen wurden. Ein krönender Abschluss!